Alle Jahre wieder: Hilfe, die Pollen kommen
Von Februar bis September dauert in der Regel die Pollensaison in Deutschland. Schätzungsweise 12 Millionen Menschen sind von Heuschnupfen betroffen. Auslöser dieser weit verbreiteten Allergie sind winzige Partikel, die von verschiedenen Bäumen, Sträuchern, Gräser und Kräutern während der Blütezeit freigesetzt werden. Diese Partikel – Pollen oder Blütenstaub genannt – werden durch Insekten oder den Wind verbreitet. Sie sind so klein, dass sie für das bloße Auge gar nicht sichtbar sind.
Im menschlichen Körper ist für die Abwehr von schädlichen Einflüssen das Immunsystem zuständig. Es besteht aus einem Netzwerk von eng zusammenarbeitenden Zellen und Botenstoffen und ist so angelegt, dass es körpereigene von körperfremden Strukturen unterscheiden kann. Ständig registriert und überprüft das Immunsystem sämtliche Elemente, die die körpereigenen Barrieren an Haut, Schleimhaut von Nase, Augen oder Darm überwinden. Fühlt es sich von Bakterien, Viren oder Pilzen bedroht, setzt es sich zur Wehr. Der Körper gerät innerhalb kürzester Zeit in eine Art Alarmzustand und bekämpft die Eindringlinge mit unterschiedlichen Reaktionen.
Eine derart komplexe Organisationsstruktur wie das Immunsystem ist aber anfällig für Fehlfunktionen. Zwar sind die Hintergründe und Ursachen noch nicht genau bekannt, doch kann das Immunsystem auf Stoffe reagieren, die normalerweise nicht zu den schädlichen Fremdkörpern zählen. Dann richtet sich der lebenswichtige Abwehrmechanismus gegen harmlose Stoffe und reagiert grundlos in Form einer Allergie. D. h. eine Reaktion, die zur Gesunderhaltung des Körpers gedacht ist, macht plötzlich krank. Dabei kann grundsätzlich jeder Stoff plötzlich eine Allergie auslösen.
Anhand eines Pollenflugkalenders ist es möglich, sich schon frühzeitig gegen Heuschnupfen zu wappnen. Beispielsweise können verschiedene Medikamente bereits vorbeugend verwendet werden und so starke allergische Reaktionen verhindern. Gut behandelbar ist u. a. die allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit typischen Symptomen wie tränende, geschwollene und juckende Augen. Hierfür gibt es Tropfen auf Basis von Cromoglicinsäure, die innerhalb von ein bis zwei Tagen einen wirksamen Schutz aufbauen und ohne weiteres über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden können. Genauso lässt sich allergischer Schnupfen (Rhinitis) bereits vor dem Auftreten von Beschwerden behandeln.
Schnelle Hilfe im Akutfall: Treten tränende, juckende Augen oder Fließschnupfen überraschend auf, ist schnelle Hilfe angesagt. In diesem Fall sind Medikamente sinnvoll, die insbesondere bei starken allergischen Symptomen schnelle Linderung verschaffen. So wirkt beispielsweise Azelastin, ein modernes Antihistaminikum der 2. Generation, bereits innerhalb von nur fünf bis zehn Minuten.
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